PKH-Berechnung mit Excel

Über viele Jahre hinweg habe ich selbst meine PKH-Berechnungen mit dem Programm „PKH-fix“ abgewickelt und mit Bedauern auf die Mitteilung von Andreas Kleingünther reagiert, dass er die Anwendung über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes zur Änderung des Prozesskostenhilfe- und Beratungshilferechts (01.01.2014) hinaus nicht weiterentwickeln wollte. Im Jahr 2014 habe ich mich dann noch mehr schlecht als recht mit seiner Excel-Tabelle beholfen. Seit 2015 arbeite ich mit einer eigenen Excel-Lösung. Sie ist über die Jahre hinweg von mehreren Nutzern intensiv getestet und von zahlreichen Unzulänglichkeiten befreit worden.

Ich denke, dass die Zeit reif ist, sie einem größeren Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen. Dieser Beitrag soll die Funktionsweise erläutern und zur Weiterentwicklung anregen.

Registerblatt „A-D“ in PKHBerechnungAktuellPlus

Was ist PKHBerechnungAktuellPlus?

Ich habe die Excel-Arbeitsmappe zur Berechnung von PKH-Raten ursprünglich unter Microsoft Office 2010 entworfen und zuletzt mit Microsoft Office 2019 weiterentwickelt, so dass ich davon ausgehe, dass der Export in frühere oder spätere Versionen von Excel problemlos möglich sein sollte. Die Datei stellt eine Excel-Vorlage mit Makros dar und gehört daher eigentlich in den voreingestellten Pfad für Excel-Vorlagen. Es ist aber auch möglich, sie von einem beliebigen Speicherort aus zu starten. Dazu ist ein Rechtsklick erforderlich und die Auswahl der Funktion „Neu“.

Die Excel-Arbeitsmappe enthält eine Reihe von benutzerdefinierten Funktionen und Makros, so dass ich sie über eine externe Seite zum download bereitstelle. Die Einzelheiten zur Einrichtung finden sich im Abschnitt Download  am Ende dieses Beitrags. 

Wie kann man die Berechnung starten?

Wie so oft bei Windows gibt es mehr als einen Weg. Empfehlenswert ist allerdings, zunächst Excel zu starten und über den Dialog „Datei-Neu“ die der Vorlage entsprechende Arbeitsmappe für jeden Anwendungsfall neu zu erzeugen. Damit wird nämlich sichergestellt, dass der Ausgangszustand erhalten bleibt und die benutzerdefinierten Funktionen und Makros nicht verloren gehen. Wenn die Rechts-Klick-Funktion der Maus zum Starten genutzt werden soll, ist aus demselben Grund zu empfehlen die Option „Neu“ statt „Öffnen“ zu verwenden.

Überblick über die Bedienung

Die ersten fünf Tabellenblätter („A-D“ bis „I-J“) sind für die Dateneingabe vorgesehen. Die Beschriftung der Register entspricht den Abschnitten des aktuellen Vordrucks über die Angaben zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Alles, was in aller Regel für die Ratenberechnung nicht benötigt wird, habe ich einfach weggelassen.

Das Ergebnis der Berechnung und der gesamte Rechenweg landen auf dem Tabellenblatt „Auswertung“. Hier finden sich auch die Schaltflächen für das Kopieren des Rechenwerks zur Weiterverwendung etwa in Word-Dokumenten.

Im Tabellenblatt „115 IV“ wird die Vergleichsberechnung nach § 115 Abs. 4 ZPO durchgeführt. Erforderlich ist dafür eine Angabe des Streitwerts. Daraus werden die voraussichtlichen Kosten des Rechtsstreits berechnet und zu den Beiträgen ins Verhältnis gesetzt, die der Antragsteller, zum einem aus seinem Vermögen (Registerblatt „G“) und zum anderen aus seinem Einkommen (vier Monatsraten) zu berappen hat. Übersteigt der Eigenbeitrag die voraussichtlichen Kosten des Rechtsstreits, ist die Prozesskostenhilfe zu versagen.

Die jeweils aktuellen Freibeträge sind in dem letzten Tabellenblatt „Freibeträge“ verortet. Ändern sich die Freibeträge, müssen diese hier nachgetragen werden. Das Datum der erstmaligen Anwendung des neuen Freibetrags muss in den Tabellenkopf eingetragen werden.

Eingaben

In aller Regel wird das Ergebnis einer jeden Eingabe sofort auf der Eingabeseite selbst und auf dem Tabellenblatt „Auswertung“ sichtbar. Eine Ausnahme bilden die Eingaben zu den Unterhaltsfreibeträgen, wo die Ergebnisse erst zugänglich gemacht werden, wenn die Angaben zu Namen, Geburtsdatum und Verwandtschaftsverhältnis vollständig sind.

Ergebnisse

Ergebnis und Rechenweg werden auf der Tabellenseite „Auswertung“ angezeigt. Die beiden Schaltflächen haben eine Doppelfunktion. Sie bestimmen nicht nur die Darstellungsvariante sondern kopieren das Ergebnis auch in die Zwischenablage. Von dort aus kann das Rechenwerk an anderer Stelle (z.B. in ein Word-Dokument) eingefügt werden. Dazu muss man im Ziel-Dokument den Einfügen-Dialog aufrufen, etwa durch Klicken  auf die rechte Maustaste  oder  die  Menüfunktion „Inhalte einfügen“ unter „Bearbeiten“. Noch schneller geht es mit der Tastenkombination STRG+V.

Die Tabellenvorlage kennt die Freibeträge der Jahre 2014 bis 2020. Wird im Tabellenblatt „A-D“ in der Zelle C4 („Entscheidungsdatum“) kein Eintrag vorgenommen, legt die Excel-Tabelle die am Tag der Berechnung geltenden Beträge zugrunde. Dies dürfte in aller Regel der Bestimmung des § 115 Abs. 1 Satz 4 ZPO entsprechen. Will man stattdessen eine Berechnung mit einem anderen Entscheidungsdatum vornehmen, ist eine Angabe beim Entscheidungsdatum erforderlich.

Platz für die künftigen Freibeträge ist auf dem Tabellenblatt „Freibeträge“ in den Spalten ab „J“ vorgesehen.

Download

WordPress misstraut Dokumenten mit Makros. Daher stelle ich die Excel-Arbeitsmappe über eine externe Seite zum download bereit. Genau genommen handelt es sich um um zwei verschiedene Varianten. „PKHBerechnungAktuellPlus“ stellt den letzten Stand der Entwicklung dar und umfasst auch die neu hinzugefügte Funktion der Vergleichsberechnung nach § 115 Abs. 4 ZPO. Diese Funktion befindet sich noch in der Test-Phase. Wer sich die etwaigen bugs nicht antun will, ist gut beraten, die ausführlich getestete Version „PKHBerechnungAktuell“ zu benutzen. Wer bei der Einrichtung auf Probleme stoßen sollte, ist herzlich dazu eingeladen, sich über die Kommentarfunktion bei mir zu melden.

PKHBerechnenAktuellPlus

PKHBerechnenAktuell

Updaten in das Jahr 2021

Mit dem Beginn des Jahres 2021 sind nicht nur neue Freibeträge in Kraft getreten sondern auch ein neues Gebührenrecht. Es war daher an der Zeit, die Tabellenvorlagen zu überarbeiten. Die auf den Stand des 01.01.2021 gebrachten Excel-Tabellen können nun mit den nachfolgenden Links heruntergeladen werden.

Wie immer möchte ich nicht ausschließen, dass sich der eine oder andere Fehler eingeschlichen haben könnte. Ich bitte daher alle Nutzer um sorgfältige Prüfung und Rückmeldung über die Kommentarfunktion, wenn Anlass dazu besteht, noch einmal Hand anzulegen. Herzlichen Dank dafür!

PKHBerechnung2021

PKHBerechnungPlus2021

Quick&Easy: Rechnen in Word

Der versteckte Taschenrechner in Microsoft Word

Eigentlich wollte ich ja mit Excel anfangen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann laufen bei mir doch viele Berechnungen der täglichen Arbeit in Word ab. Es gibt dazu ein Feature, das einfach und schnell zu bedienen ist und sich nahtlos in die Textverarbeitung einfügt.

Wenig bekannt ist, dass in Microsoft Word eine komfortable Rechenfunktion integriert ist, die man leider in der Standardinstallation nicht zu sehen bekommt. Man kann sie aber mit wenigen Mausklicks in das Menüband einbauen und dann jeweils bei Bedarf  über die Schältfläche „Extras Berechnen“ nutzen. Das klingt vielleicht erst einmal ein wenig kompliziert, ist aber tatsächlich ohne Vorkenntnisse in wenigen Minuten zu bewerkstelligen.

Rechenfunktion in das Menüband integrieren

  1. Als erstes führt man mit dem Mauszeiger irgendwo auf dem Menüband einen Rechtsklick aus und wählt aus dem Kontextmenü den Eintrag „Menüband anpassen“ durch Anklicken aus.
  2. Im nachfolgend dargestellten Dialog wird in der Rubrik „Befehle auswählen“ die Möglichkeit „Alle Befehle“ ausgewählt.
  3. In dem linken Fenster werden nun alle in Word verfügbaren Kommandos gezeigt. Also auch all diejenigen, die in der Standardinstallation auf dem Menüband fehlen. Hier muss nun man bis zum Eintrag „Extras Berechnen“ herunter scrollen und darauf achten, dass dieser Eintrag den Fokus hat und behält.
  4. Im nächsten Schritt muss festgelegt werden, wo das Kommando im Menüband erscheinen soll. Das funktioniert erst dann, wenn man eine benutzerdefinierte Gruppe angelegt hat. Dazu sucht man sich im rechten Fenster eine der Hauptregisterkarten (vielleicht: „Einfügen“ oder „Start“) aus und klickt anschließend nacheinander auf die Schaltflächen „Neue Gruppe“ und danach auf „Umbenennen“, um der neuen Gruppe gleich einen selbsterklärenden Namen (vielleicht: Berechnung) zu verpassen (Screenshot 1)
  5. Nun kann das Kommando „Extras Berechnen“ durch Klicken auf die Schaltfläche „Hinzufügen“ in die neue Gruppe übernommen werden. Bitte dabei darauf achten, dass der Fokus im linken Fenster noch auf dem Kommando „Extra Berechnen“ und im rechten Fenster auf der neu eingefügten Gruppe liegt (im Beispiel: „Berechnen (benutzerdefiniert)“; siehe dazu: Screenshot 2).
  6. Perfekt wird der Import des Neuen Kommandos dadurch, dass man ihm noch ein passendes Icon verpasst. Dazu nochmals auf die Schaltfläche „Umbenennen“ und das Icon mit dem Taschenrechner auswählen (Screenshot 3).

Screenshot 1

Screenshot 2

Screenshot 3

Die Anwendung der Rechenfunktion

So! Wer auch immer sich bis hierher durchgearbeitet hat, kann sich erst einmal gelassen zurücklehnen. Die einmalig abzuwickelnden Vorarbeiten sind nämlich jetzt abgeschlossen. Ab sofort steht die Funktion „Extras Berechnen“ über eine passende Schaltfläche zur Verfügung.

Die Anwendung ist denkbar einfach:

  1. Term für die Berechnung, also etwa den Text „7500/65*16“, einfach eintippen.
  2. Term markieren.
  3. Auf die Schaltfläche des Kommandos „Extras Berechnen“ klicken. Ab jetzt befindet sich das Berechnungsergebnis in der Zwischenablage
  4. Einfügen des Inhalts der Zwischenablage, wo auch immer das Berechnungsergebnis gewünscht wird.

Grundrechenarten und mehr

Die Rechenfunktion beherrscht natürlich die Grundrechenarten:

2376,79+2481,12+2410,55

8386,68-1956,89

111,82*17,5

7268,46/65

Dabei muss als Operator für die Multiplikation das „*“ für die Division das „/“ gesetzt werden. Kommazahlen erhalten tatsächlich ein Komma, nicht den Dezimalpunkt.  Multiplikationen und Divisionen haben Vorrang vor Additionen und Subtraktionen . Aber natürlich können Klammern gesetzt werden.

(2376,79+2481,12+2410,55)/65*5

Lässt man die Operatoren zwischen den Zahlen weg, unterstellt die Funktion, dass addiert werden soll.

14 23 43 56 ergibt als Ergebnis 136

„Der Beklagte hat 200,00 € bezahlt und später nochmals 170,00 €“ ergibt als Ergebnis „370,00 €“

Herzlichen Dank an diejenigen, welche bis an diese Stelle durchgehalten haben und viel Spaß beim Rechnen in Microsoft Word!

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